Manchmal zeigt sich der Weg erst….

wenn man anfängt ihn zu gehen. -Paulho Coelho

Liebe Mauri-Fans,

am 18. November haben Danny und ich gemeinsam beschlossen, unsere Mauritiushof GBR aufzulösen.

Was bedeutet das?

Es bedeutet, dass der Mauritiushof, wie es immer wieder gemunkelt wird, tatsächlich verkauft wird.  Es gibt konkret drei Kaufinteressenten und demnächst geht es in die Verhandlungen. Mein oberstes Ziel ist dabei, dass der Nachfolger diesen Hof weiterführt und die Einsteller behält! Das erst einmal vorab.

Warum jetzt erst?

Es ist mir unheimlich schwergefallen, diese Entscheidung überhaupt zu treffen. Nach meiner stolzen Verkündung, vor nicht allzu langer Zeit, dass ich den Hof nicht aufgeben werden (nur über meine Leiche), stehe ich nun doch davor, dass diese endgültige Entscheidung eintritt. Ich denke, dass diese Entscheidung richtig ist, denn mit einem Weitermachen wäre niemandem geholfen, vor allem den Pferden nicht.

 

Die vergangenen vier Jahre ging es mir IMMER nur um die Pferde. Ich habe aber immer mehr festgestellt, dass ich, um für die Pferde die Lebenshaltungskosten (Heu, Stroh, Einstreu, Futter) zu finanzieren und damit das gute Leben das ich mir für sie wünsche, viele Sachen machen muss, die zu meinen ethisch und moralischen Ansichten und damit zu meiner Ideologie, überhaupt nicht passen.   All diese Vorkommnisse haben mich über die Jahre sehr unglücklich gemacht und waren auch nie meine Vorstellung von meinem Leben, gemeinsam mit den Pferden.

Ich möchte keinen Kindern Reiten beibringen, jedenfalls keinen Kinder, die nicht verstehen, dass auch Tiere eine Seele haben und Schmerzen empfinden können und im Glauben aufwachsen, dass in unserer Konsumgesellschaft Tiere zu Wegwerfartikel gehören.
Ich möchte diese alten tapferen und fleißigen, jedoch sehr müden, Pferdchen nicht mehr ausbeuten nur damit sie sich ihr eigenes Futter „verdienen“ müssen.  Sie haben jahrelang und genug gelitten.
Ich möchte keine Reitferien mehr machen und dabei zusehen müssen, wie die Pferde, vor seelischer und körperlicher Erschöpfung, fast zusammenbrechen.
Ich möchte auch keine Pferde mehr unterstellen von Menschen, die meine Einstellung nicht schätzen und deren Pferde nur Sportgeräten oder Barbiepuppen sind. Auch möchte ich nicht mehr zusehen, wie Pferden, in meinen Augen, unnötige Beschläge aufgenagelt, oder Gebisse ins Maul geschoben werden.  Ich will auch keine Pferde mehr sehen müssen, deren Reiter zu schwer sind und die unter der Belastung körperlich leiden.  Ich möchte ebenso keine Pferde mehr sehen müssen, deren lautlose Schreie niemanden hört!
Niemand muss sich hiervon angesprochen oder angegriffen fühlen. Jeder macht das im Leben, was er oder sie, für richtig hält. Für mich persönlich ist Vieles einfach nicht richtig und oftmals falsch verstandene „Tierliebe“ und ich möchte das nicht mehr „ertragen“ müssen.

closure

Auch wenn dies vermutlich zum Alltag eines Reiterhofbesitzers gehört, ich verkrafte das nicht mehr und auch meine Pferde nicht.

Als mir meine „Herzensmädels“ aus Frankfurt, zur Hilfe eilten, da wurde eine Idee geboren.  Eine Idee, die all das möglich machte was ich mir für die Pferde wünsche.  Ein Leben ohne Ausbeutung, pferdegerecht und schlicht- ein Altersruhesitz für diese wundervollen Tierchen. Aktuell ist im neuen Domizil ein Paddocktrail in der Planung, der im Frühjahr fertig gestellt wird, welcher meine Pferdchen hoffentlich noch viele Jahre fit halten wird. Dies kostet natürlich alles viel Geld, ebenso die Versorgung der „Rentner“ aus meiner Herde und deshalb werden wir einen Verein ins Leben rufen, mit welchem wir diese Kosten abdecken.
Für unsere Pferdchen suchen wir Paten, die sowohl aktiv als auch passiv an deren Wohlbefinden teilhaben möchten!

So möchte ich das meine Pferdchen leben können und so werde ich es umsetzen.

 

Ich freue mich auf die Zukunft, bin aber auch traurig, denn es fühlt sich wie verlieren an.  Vor allem die jüngste Ereignisse haben mich wieder realisieren lassen, wie schlecht man Menschen einschätzen kann, sowohl im Positiven als auch im Negativen und wie sehr ich mich auf die Zeit freue, die ich zukünftig stressfrei und in Ruhe mit meine Tieren verbringen kann, ohne diese seelische, körperliche und bürokratische Anstrengung, die dazu geführt hat, dass die Lebensqualität, für uns alle, auf Null reduziert wurde.

Trotzdem möchte ich mich für die vergangen vier gemeinsamen Jahre bedanken, wünsche allen eine gute, gesunde und glückliche Zeit und hoffe aber auch, dass sich manche vielleicht nochmals Gedanken über den Umgang mit ihren Tieren machen.

Einen guten Rutsch in das neue Jahr 2018.

Alles Liebe, Sonja

cropped-img_0394.jpg

 

Advertisements